Ungarn Landesvorstellung

 

 

 

Ungarn – das verhältnismäßig kleine Land in Osteuropa erscheint auf den ersten Blick im internationalen Vergleich unbedeutend. Nichtsdestotrotz profitieren die Vereinten Nationen von Ungarn: Seit 1955 ist es offizielles Mitglied der UN und gehört damit zum ersten Drittel, das der Organisation beigetreten ist. Jeder Mitgliedsstaat ist bei der Bewältigung von internationalen Konflikten und der Unterstützung von Hilfsprojekten zu Zeiten von Kriegen oder Katastrophen entscheidend. Ungarn treibt die Ziele der UN in vielfältiger Weise voran. Zunächst geschieht dies durch verantwortungsbewusstes Handeln und präventive Diplomatie, sodass internationale Konflikte gar nicht erst ausbrechen, eskalieren oder sich ausbreiten. Weiterhin beteiligt es sich mit seinen 93 Truppen aktiv an der Wahrung von Frieden und Sicherheit bei UN-Operationen, wie z.B. im Libanon, in Zypern, in der Westsahara oder im Kosovo. Ein Schwerpunkt der Arbeit Ungarns im Rahmen der UN liegt auf der Förderung und dem Schutz von Menschenrechten sowie der Grundfreiheiten. Hier werden insbesondere schutzbedürftige Gruppierungen, wie Frauen, Kinder, Menschen mit Behinderungen sowie Minderheiten aller Art unterstützt. Auch bemüht sich das Land um die Geschlechtergleichstellung im Bereich des Bildungs-, Wirtschafts-, Finanz-, Justiz- und Sozialwesens. Ungarn nahm auch am diesjährigen ersten Humanitären Weltgipfel teil, bei dem es um die Bewältigung des stetig wachsenden humanitären Bedarfs ging. Zwar nahm Ungarn das letzte Mal vor 13 Jahren einen Sitz im Weltsicherheitsrat ein, jedoch fördert es die Ziele und Entscheidungen dieses UN-Organs weiterhin; insbesondere liegt hier die Konzentration auf der Verbesserung der Arbeitsmethoden des Sicherheitsrates und seines Zusammenwirkens mit anderen Organen innerhalb sowie außerhalb der Vereinten Nationen. Des Weiteren organisiert Ungarn eine zunehmende Anzahl von UN-Regionalbüros (z.B. WHO, IWF, UNICEF, IFRC), wodurch Budapest immer mehr zu einem regionalen Knotenpunkt in Europa wird. Auch wirtschaftlich steht Ungarn aktuell gut da: Die ungarische Regierung erwartet für 2016 ein Wirtschaftswachstum von 3,1%; das sind 0,2% mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote sinkt seit 2011 stetig und hat nun 4,9% erreicht. Das Haushaltsdefizit soll in diesem Jahr auf 1,9% gesenkt werden. Dies hat Ungarn einem seiner wichtigsten Ziele zu verdanken – dem Schuldenabbau. Dieser wird vor allem durch die 2010 eingeführten Sondersteuern vorangetrieben, die u.a. in den Sektoren Telekommunikation, Finanzwirtschaft sowie Energie erhoben werden. Abgaben in den Wirtschaftszweigen Logistik, Retail und Werbewirtschaft belasteten zunächst insbesondere ausländische Unternehmen, bis die Maßnahmen nach einer Intervention der EU-Kommission entschärft wurden. Der ungarische Export hat sich mittlerweile nach einem, der Finanzkrise geschuldeten Einbruch wieder erholt. Die exportierten Waren erreichten 2015 einen Wert von 90,7 Milliarden Euro, wovon Deutschland mehr als 25% erhält. Große deutsche Automobilhersteller wie Audi, Daimler sowie Opel betreiben dort Werke; weitere Unternehmen wie RWE, SAP, ThyssenKrupp und Bosch produzieren bzw. investieren in Ungarn. Somit ist Deutschland der wichtigste Handelspartner Ungarns. 

 

 

 

 

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