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  • Leon Schmidt

HLPF – das Komitee für eine nachhaltige Zukunft

Aktualisiert: Feb 8

“Humanity has the ability to make development sustainable to ensure that it meets the needs of the present without compromising the ability of future generations to meet their own needs.” (UNECE 1987)

Um zu verstehen was das High-Level Political Forum (HLPF) genau behandelt, ein kurzer Rückblick in die Entstehungsgeschichte des Komitees:

1993 wurde von der UN-Generalversammlung der Vorgänger HLPF’s ins Leben gerufen: die Commission on Sustainable Development (CSD). Diese Kommission war dafür verantwortlich nachhaltige Entwicklung auf der Agenda zu behalten, die Koordination von relevantem Wissen/bewährten Methoden zu übernehmen und zudem die Umsetzung von Empfehlungen der UN Conference on Environment and Development (UNCED) zu überprüfen. Dennoch wurden Interessensvertreter aller drei Nachhaltigkeitsdimensionen (Umwelt, Ökonomie und Gesellschaft) nicht genügend in die Entscheidungsfindung mit einbezogen. Unter Anderem aufgrund fehlender finanzieller Mittel zur Teilnahme. Des Weiteren war die Kommission zu unflexibel, um neu aufkommende globale Probleme mit in die Diskussionen aufzunehmen. Abseits dieser Probleme zeigte sich jedoch, dass auf globaler Ebene der Bedarf für die Überprüfung des Fortschritts nachhaltiger Entwicklung unter Einbeziehung aller Interessensvertreter groß war.


2012 beschloss die UN Conference on Sustainable Development die CSD durch das effizienter gestaltete HLPF zu ersetzen. 2015 übernahm die Generalversammlung die 2030 Agenda inklusive der 17 Sustainable Development Goals (SDGs) sowie der 169 untergeordneten Ziele. Seither ist das HLPF die zentrale Institution, um die weltweite Umsetzung der drei Nachhaltigkeitsdimensionen zu überprüfen und essenziell notwendige Partnerschaften und Kooperationen zur Implementierung der SDGs zu fördern.

SDG 16.2 und 17 - zwei der insgesamt 17 SDGs - sind Thema des HLPF-Komitees bei der diesjährigen National Model United Nations-Konferenz in New York, wo wir teilnehmen. Folgend eine Zusammenfassung der Themen:


1. End abuse, exploitation, trafficking and all forms of violence against and torture of children (SDG 16.2)

Kinder, definiert durch Artikel 1 der Convention of the Rights of the Child (CRC) (1989) als jede Person unter dem Alter von 18, sind besonders gefährdet für Gewalt und Ausbeutung. Laut dem Global Report on Trafficking in Persons 2018 sind 30% der weltweit erfassten Opfer Kinder. Mädchen fielen vor allem dem Menschenhandel für Sexualverbrechen zum Opfer und Jungs für Zwangsarbeit und andere Formen der Ausbeutung, wie beispielsweise dem Zwang zum Betteln oder anderen kriminellen Aktivitäten.

Die Universal Declaration of Human Rights von 1948 war das erste UN-Dokument, das Kinder das Recht als besonders geschützt zu gelten einräumte. Die CRC von 1989 fasst das Dokument von 1948 und darauffolgende Dokumente zusammen in eins. Seither wurden weitere Dokumente veröffentlicht, die Kindern besondere Rechte zukommen lassen. In vielen der 17 SDGs werden Kindern ebenfalls besondere Rechte zugesprochen. Diese Thematik wird explizit in den SDGs diskutiert.

Die Aufgabe des HLPF besteht hier ebenfalls den Fortschritt bezüglich der vereinbarten Ziele zu messen und insbesondere für das Ziel jedem Kind eine Staatsbürgerschaft zu gewährleisten Empfehlungen zu erarbeiten und auszusprechen.


2. Building Partnerships to Achieve the Sustainable Development Goals (SDG 17)

Die UN-Mitgliedsstaaten stimmten überein, dass für das Erreichen der Meilensteine der 2030 Agenda ein hohes Maß an multilateraler Zusammenarbeit erforderlich ist. Nord-Süd-Partnerschaften sind typisch, allerdings können es auch Partnerschaften zwischen zwei Entwicklungsländern sein (Süd-Süd). Ausgetauscht werden können Güter und Ressourcen, Technologien, aber die die Partnerschaften könne auch schlichtweg genutzt werden, um einen größeren Hebel bei internationalen Verhandlungen zu gewinnen. Partnerschaften zwischen Staaten und Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen (NGOs) oder anderen Institutionen sind ebenso möglich. Das SDG 17 hat 19 untergeordnete Ziele. Beispiele sind: SDG 17.4, welches sich auf Schuldentragfähigkeit und Restrukturierung fokussiert und das SDG 17.11 mit Fokus auf der Exportsteigerung von Entwicklungsländern. Das Hauptaugenmerk des SDG 17 wird weiterhin auf dem Fördern von Kooperationen und Partnerschaften liegen – insbesondere, um bestehende Disparitäten zwischen aktuell unterentwickelte und nicht miteinbezogene Länder und Industrieländern zu verringern.


Das High-Level Political Forum on Sustainable Development hat zwar keinen unmittelbaren Einfluss auf das Erreichen der SDGs, jedoch ist das Aufzeigen von weltweit verbesserungswürdigen Situationen ein machtvolles Instrument, um Staaten unter dem Auge der Weltöffentlichkeit zur Besserung zu bewegen. Diese globale Plattform ist eine einzigartige Chance für Entwicklungsländer strategisch sinnvolle Partnerschaften zu schließen und Kooperationen einzugehen, um die Welt zu einem besseren Ort zu entwickeln. Ein Ort, der auch (und viel mehr) für zukünftige Generationen lebenswert ist.


Autor: Simon Rathke

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